Das Lena-Fieber ist vorbei

Ein Jahr im Rampenlicht
Nun ist der Eurovision Song Contest vorbei und Aserbaidschan ging in diesem Jahr als Gewinner hervor. Lena erreichte für Deutschland in diesem Jahr mit dem Lied „Taken by a stranger“ Platz 10. Dass sie überhaupt so weit gekommen ist, überrascht positiv.
Denn die Wahrscheinlichkeit, den Titel zweimal zu bekommen, ist verschwindend gering. Mit Innovation hat man da deutlich bessere Chancen und dazu gehört es auch, einen neuen Künstler ins Rennen um den Sieg zu schicken.
Stattdessen wurde bereits kurz nach dem Sieg im letzten Jahr in Euphorie und ohne Verstand verkündet, dass Lena den Titel verteidigen wolle. Dies tat sie nun auch mit ihrem Lied „Taken by a stranger“, einer lahmen Nummer ohne jedes Highlight. Einzig die Lichteffekte während ihres Auftrittes verhinderten, dass man einschlief, da sie ein Gefühl von Bewegung vermittelten.

Doch man hat auch aus dem letzten Jahr gelernt: Lena erhielt tänzerische Unterstützung, sodass sie mit ihrem lahmen Gezappel nicht völlig allein auf der großen Bühne wirkte. Eine gute und unterhaltsame Show ist jedoch etwas anderes.
Dies dürfte wohl auch der Grund sein, warum Lena bei ihrer ersten Tour im letzten Jahr fast immer in halbleeren Hallen auftreten musste. Wer die Musik mag, kann guten Gewissens die Finger von einer Konzertkarte lassen. Das Album tut´s auch – denn viel mehr wird einem auf einem Lena-Konzert nicht geboten.

Was sich bereits im vergangenen Jahr trotz ihres Sieges abzeichnete, wird in diesem Jahr wohl endgültig geschehen: Lena wird von der musikalischen Bildfläche verschwinden. Und trotz ihrer guten Stimme wird man nichts vermissen, denn schlechte Lieder und langweilige Shows kann eine gute Stimme allein nicht kompensieren.
Was Lena also bleiben wird, ist die Erinnerung an ein Jahr im Rampenlicht.

Für die Zukunft alles Gute, Lena!

2 Kommentare

  1. Weshalb man sich das Recht genommen hat, nochmal beim Grand Prix anzutreten weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht lag es einfach daran, dass man in einer über 50 jährigen GrandPrix-Geschichte erst zum 2ten Mal (!!!) den Songcontest für sich entscheiden konnte. Das Casting von Lena war ein Experiment, das absolut geglückt ist. Egal wie die Sympathie in Bezug auf Lena verteilt ist, aber sie hat es letztes Jahr einfach geschafft und wurde dafür belohnt, durfte nochmal antreten. Eher bin ich der Meinung, dass Produzenten wie Ralf Siegel in den letzten Jahre immer wieder einschläfernde Nummern zum GrandPrix geschickt hat. Wir erinnern uns an die blinde Sängerin Corinna May mit ihrem auf Pop getrimmten Titel “I cant live without music”, der einen desaströsen 21/24 Plätzen eroberte oder die bei DSDS gecastete Gracia, die 2005 das durch Volksentscheid gewählte “Run & Hide” beim Eurovision Songcontest singen durfte und einen katastrophalen letzten Platz machte. Das war peinlich für Deutschland und zeigte auf, wie sehr das doch in die Hose gehen kann, wenn “das Volk” sich einen Titel für den ESC aussuchen kann. In der Tat ist es so, dass Stefan Raabs Schützlinge + er selbst in den letzten Jahren für Deutschland am erfolgreichsten war.
    Krammt man übrigens in der Geschichte des ESC, so fällt auf, dass es öfter mal Künstler gab, die zwei Mal für Deutschland sangen, sogar direkt hintereinander, und sich dabei auch noch gut platzierten!
    “Taken by a stranger” war keineswegs langweilig, sonst hätte es nicht den zehnten Platz gemacht. Musik bleibt aber letztendlich immer Geschmackssache, versuchen wir uns alle nicht von den persönlichen Präferenzen leiten zu lassen und bedanken uns für den letztjährigen GrandPrixsieg und einen guten Mittelfeldplatz in diesem Jahr. Hoffentlich verschwindet man nächstes Jahr, wenn es heißt “Abstimmung vom Volke” nicht wieder im musikalischem Nichts….

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