Die platonische Liebe

Eine Liebe fast ohne Nachteile
Die platonische Liebe ist auf den antiken Philosophen Platon zurückzuführen. Er beschreibt eine geistige Verbundenheit zwischen zwei Menschen mit dem Zweck, der darin besteht, nach dem Guten zu streben. Nur wenn sich beide Personen diesem Ideal widmen, kann man von einer Freundschaft sprechen. Bei dieser Gesinnungsgenossenschaft ist das persönliche Wohlergehen des Freundes völlig irrelevant. Man soll ihn nicht seiner selbst willen lieben, sondern der Idee des Guten wegen. Bis heute ist diese „Idee des Guten“ umstritten, weil Platon nicht darlegte, was darunter zu verstehen ist.
Heutzutage verstehen wir unter einer platonischen Liebe etwas anderes. Wir meinen dabei eine tiefe geistige Verbundenheit, bei der sexuelle Begierden und deren Auslebung nicht vorhanden sind. Diese geistige Verbundenheit prägt sich erst im Laufe einer Freundschaft aus. Im Gegensatz zu Platons Definition spielt das persönliche Wohlergehen des Freundes/der Freundinn eine wichtige Rolle.
Leicht verwechselt man eine platonische Liebe mit einer guten Freundschaft, jedoch ist die platonische Liebe noch intensiver.

Sie ist mit einer ganz normalen Liebe vergleichbar, mit dem Unterschied, dass alle negativen Aspekte der Liebe wegfallen. So bleiben Gefühle wie Eifersucht oder Liebeskummer aus, wenn der Freund/die Freundin eine Liebesbeziehung mit jemandem anfängt, in der sexuelle Begierden ausgelebt werden. Die innere Verbundenheit mit der Person, mit der man eine platonische Liebe führt, wird vielmehr durch aufrichtige Freude und Anteilnahme ergänzt.
Es scheint, als wäre die platonische Liebe die höchste Form der Liebe. Man hat einen treuen Partner, der in jeder Lebenslage für einen da ist und dem man selbst jederzeit treu zur Seite steht. Es fallen negative Emotionen wie Neid, Eifersucht und Liebeskummer weg und man kann sich auf gemeinsame Zeiten freuen, diese genießen und auf eine besondere Art sein Leben mit der Person teilen.

Einen ganz wichtigen Bestandteil im Leben eines Menschen kann die plantonische Liebe allerdings nicht bieten: körperliche Nähe.
Nahezu jeder Mensch hat das Verlangen nach körperlicher Zuneigung seitens eines anderen Menschen. Diese Form der Zuneigung kann seitens der Person, mit der man eine platonische Liebe führt, nicht erbracht werden. Dies kann mehrere Gründe haben.
Ein möglicher Grund ist, dass sexueller Kontakt Gefühle der „traditionellen“ Liebe hervorbringen könnte und alle damit verbundenen Nachteile, wie Liebeskummer, Eifersucht etc. Darunter würde die platonische Liebe zwischen den beiden Freunden/Freundinnen leiden und ggf. komplett zum Erliegen kommen.
Ein weiterer Grund ist zwar ein generelles Verlangen nach Sex und körperlicher Nähe, aber nicht nach der Person mit der man die platonische Liebe führt.
Es lässt sich also feststellen, dass dem Menschen wohl immer etwas fehlen würde, wenn er nur eine platonische Liebe führen und seine Sexualität nicht ausleben würde.
Dennoch bereichert sie das Leben und ist eine ganz besondere Form der Beziehung zu einem Menschen.

2 Kommentare

    • Das kann man durchaus so sehen.
      Ich persönlich sehe es so:
      Die platonische Liebe ist wie der Salat im Tomatensalat.
      Es fehlt zwar etwas, aber die Hauptzutat ist vorhanden.

      Das ist eine Frage der individuellen Einstellung. Je nach dem, wie wichtig einem Sex ist, fehlt etwas sehr Wichtiges oder nur eine Kleinigkeit.
      Auch möchte ich erwähnen, dass eine platonische Liebe parallel zu einer klassischen Liebesbeziehung mit einer anderen Person laufen kann.
      Man muss sich nicht auf das Eine oder Andere festlegen. 🙂

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