Datenschutz und Privatsphäre

Unbekannte Risiken
Soziale Netzwerke liegen im Trend der Zeit. Fast jeder besitzt einen Facebook-Account und ist auch bei verschiedenen anderen sozialen Netzwerken vertreten, auf denen man persönliche Informationen, Fotos und sogar seinen gegenwärtigen Aufenthaltsort für jeden öffentlich zugänglich machen kann.
Auf öffentlichen Plätzen sind Videokameras installiert, die jeden Schritt, den man macht, aufzeichnen. Verbrechen sollen so verhindert werden.
Bei Google Street View kann man Straßen virtuell entlang fahren und sieht dabei nicht mehr eine Kartenansicht, sondern Fotos, die vor Ort geschossen wurden – inklusive der anderen Verkehrsteilnehmer und Fußgänger.
Die Welt vernetzt sich auf eine Weise, die man bislang nicht für möglich gehalten hat. Der Kontakt mit Mitmenschen über das Internet läuft einfacher und in Echtzeit.

Wenn Kritiker vor gefährlichen Folgen warnen, dann wird ihnen gerne nachgesagt, dass sie sich aus Angst vor dem Neuen und Unbekannten gegen die neuen technischen Errungenschaften stellen.
Jedoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass die schöne neue Welt 2.0 auch unbekannte Risiken birgt.
Was ist dran an den Warnungen vor möglichen Folgen?
Gewisse Nachteile habe ich bereits in dem Artikel „Die Macht des Stärkeren – Teil 1“ angesprochen. Es ging um die Folgen der öffentlichen Präsentation privater Details bei Arbeitgebern.
Was passiert jedoch mit Daten, die unsichtbar weitergeleitet werden, was bei Facebook zweifelsohne geschieht?
Facebook-Chef Zuckerberg selbst tat seine Meinung zum Thema in einem Interview offen kund. Er hält Privatsphäre für „nicht mehr zeitgemäß“. Sie sei ein „überholtes Konzept“.
Doch wer hat unsere Daten und was wird damit gemacht? Wir spüren von etwaigen negativen Konsequenzen nicht viel. Doch könnte ich persönlich ruhiger schlafen, wenn ich wüsste, wer Informationen über mein Leben sammelt und zu welchem Zweck.

Auch die Worte der Kritiker von Google Street View bleiben mir im Kopf. Schaut man sich die Wohngegend von Personen an, kann man Rückschlüsse auf ihre soziale Stellung und Wirtschaftskraft ziehen. Auf Grund dieser Rückschlüsse könnte man ihnen Kredite bei der Bank, den Abschluss eines Mietvertrages in einer neuen Stadt oder eine Arbeitsstelle verwehren.
Vor der Haustür würde man sich diese Mühe nicht machen, jedoch sind solche Überprüfungen dank Street View nach wenigen Minuten und Klicks abgeschlossen.
Sind diese Vorwürfe so weit hergeholt? Ich denke nicht.

Viele Menschen verschließen die Augen vor möglichen Folgen und haben keine Motivation, ihr Verhalten zu überdenken, geschweige denn, zu ändern, da keine unmittelbaren Nachteile aus ihrem Verhalten resultieren.
Es bleibt zu hoffen, dass eine ganze Gesellschaft nicht eines Tages diese Einstellung bitter bereuen wird.

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3 Kommentare

  1. Schade, das Thema bittet eigentlich so viel Raum für Kritik und du merkst nur schwache Punkte an.

    Ob der Cheff von Facebokk dies wirklich gesagt hat, sei mal da hin gestellt. Ich bezweifle zwar, dass man so dumm sein kann, aber andererseits ist er auch ein Ami(jaja, die tollen Vorurteile^^).

    Bei Krediten muss man für gewöhnlich sowieso diverse Daten wie Schufa, Kopie des letzten Monats und ähnliches angeben, sodass sie so etwas für gewöhnlich gar nicht erst brauchen.

    Und was sagt denn die alte Wohnung über dich konkretes aus, wenn du dabei bsit in eine neue zu ziehen? Kaum was…^^ Vor allem irrelevant, wenn man bedenkt, dass man auch hierbei bei so manchen Vermittern persöhnlich vorweisen muss.

    Das gleiche gilt für Arbeitsstelle: die Wohngegend sagt kaum etwas über einen Angestellten aus, was nicht bereits in den Bewerbungsunerlagen verinnerlicht ist. Eine Adresse ist eines der grundlegenderen Informationen, die man bei einer Bewerbung einreicht – nichts, was der Arbeitgeber also nciht schon vor Google Street View und Facebook erfahren hätte.

    • Ich schreibe nach bestem Wissen und Gewissen. Ich denke mir keine Zitate aus und gebe fremde Meinungen und Aussagen korrekt wieder. So viel Seriösität ist drin!
      Wo du wohnst, sagt viel aus. Es sagt viel aus, ob du in einem Vorort in einem teuren Haus wohnst, oder in einer Mietwohnung mitten im Ghetto.

      Richtig – rate mal, wie deine Schufa-Bewertung zustande kommt. 😉 Es ist nämlich so, dass es Statistiken gibt, die eine Auskunft darüber geben, in welchem Ortsteil einer Stadt bzw. noch exakter, in welcher Straße die Zahl an bonitätsmäßig schlechten Kunden überdurchschnittlich hoch ist. So kann es dazu kommen, dass man in einer solchen Straße wohnt und obwohl man selbst vielleicht eine sehr gute Bonität besitzt, kein Darlehen bekommt, weil ein Scoring-System diese Wohnadresse generell als negatives Merkmal einstuft.
      Und hier kommen wir dann wieder beim Kredit an.

      Ich sauge mir meine Argumente nicht aus den Fingern. 😉

    • Klar bietet das Thema den Raum, für weitere Kritik. Allerdings sollte man anmerken, dass es sich nicht um einen Spiegel-Report handelt und Herr Dance-man kein Kolumnist ist, der damit sein Geld verdient. Obzwar er besser könnte, davon bin ich überzeugt, muss man keinen Roman in seinem Blog veröffentlichen. Wen das Thema interessiert, wird sich automatisch noch schlau machen.

      Aus mehreren seriösen Quellen ist bekannt, dass Zuckerberg anmerkte, das Konzept Privatsphäre sei überholt. Es ist also anzunehmen, dass er die mal hat verlauten lassen auf einer Pressekonferenz. Man sagt Zuckerberg nach, kein guter Geschäftsmann zu sein. Er hatte einfach nur eine gute Idee und ein tolles Konzept. Die Aussage kann natürlich ein Fauxpas aus Affektiertheit gewesen sein. Ob dem so ist oder nicht, ist aber nicht von relevanz. Fakt ist einfach, dass er diese Aussage getätigt hat.
      Kommentare über die “Dummheit” von Zuckerberg sind keineswegs wertfrei und gehören in keine Beurteilung, ganz zu schweigen von Vorurteilen.

      “Und was sagt denn die alte Wohnung über dich konkretes aus, wenn du dabei bsit in eine neue zu ziehen? Kaum was…” – Richtig, kaum was! Aussagen tut sie aber trotzdem was.

      “Eine Adresse ist eines der grundlegenderen Informationen, die man bei einer Bewerbung einreicht – nichts, was der Arbeitgeber also nciht schon vor Google Street View und Facebook erfahren hätte.” – Ich glaube hier geht es mehr um den Fakt, dass man sich die Wohngegend bei GoogleStreetView auch tatsächlich angucken kann, und nicht um den Fakt, dass man seine Adresse preisgibt. Das gehört in eine andere Kategorie. Es gab und gibt immernoch Debatten über Sinn und Zweck von GoogleStreetView, Tatsache ist aber auch, dass es mit zu einer Entprivatisierung beiträgt, genauso wie Facebook und diverse andere Plattformen.

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