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Gesellschaft

Skandale um jeden Preis

Als Journalist darfst du kein Gewissen haben Gleich die Überschrift muss ein Hingucker sein. Sie muss den Leser fesseln und Emotionen bei ihm wecken. Am besten Gefühle der Empörung, Erschütterung – also solche, die ihm helfen, schnell eine Meinung zu bilden. Das gilt nicht nur für Printmedien, sondern auch für Radio und Fernsehen. Je simpler und dramatischer die Meldung ist, desto besser lässt sie sich ans Volk bringen. Stilistische Mittel wie die Übertreibung, Verkürzung von Zusammenhängen, bestimmte Schnitttechniken bei Videobeiträgen etc. tragen ihren Teil dazu bei. Eine gängige Praxis, deren Vorzeigebeleg natürlich die BILD ist. Doch wer sie als Einzeltäterin [. . . den ganzen Text anzeigen]

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Tagesgeschehen

Frei-BILD für alle

Irrationaler Protest Am vergangenen Samstag erhielt jeder Haushalt eine kostenlose Sonderausgabe der BILD, anlässlich ihres 60. Geburtstags. Mit einer Auflage von 41 Millionen Exemplaren stellte der Axel Springer Verlag damit einen Rekord auf, denn so eine hohe Auflage hatte eine Zeitung in Deutschland noch nie. Die BILD ist zwar offiziell keine Zeitung, aber Sie wissen schon, was ich meine. In der Sonderausgabe befinden sich u.a. ein Interview mit Altkanzler Schröder, BVB-Trainer Klopp und eine große Portion Selbstbeweihräucherung. Wenn der BILD schon sonst niemand auf die Schulter klopft, dann tut sie das eben in einem Anflug von Größenwahn selbst. Doch selbst [. . . den ganzen Text anzeigen]

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Politik

Soziales Mittelalter in Deutschland

Die „Wulff“-Debatte Bundespräsident Christian Wulff (CDU) steht seit einigen Wochen massiv in der Kritik. Grund dafür ist ein Privatkredit für die Finanzierung eines Hauses zu sehr günstigen Konditionen. Diesen Kredit erhielt er mit Hilfe des Unternehmerpaars Geerkens, mit dem er befreundet ist. Als die BILD weitere Details darüber veröffentlichen wollte, drohte Wulff dem Chefredakteur per Telefon, um die Veröffentlichung des Artikels zu verschieben. Seit diesem Zeitpunkt schlachten ihn die Medien in aller Öffentlichkeit ab – und niemand scheint zu bemerken, dass das soziale Mittelalter in diesem Land einen weiteren Höhepunkt erreicht. Wulff erhält einen Kredit zu „unverschämt“ günstigen Konditionen und [. . . den ganzen Text anzeigen]